Itzehoe/Wilster | Es ist vollbracht. Der Kreis Steinburg wird Mitglied im Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Der Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) hat bei nur einer Enthaltung den Beitritt zum Tarifsystem der Hansestadt beschlossen. Vorausgegangen waren jahrelange Diskussionen um Notwendigkeit und Finanzierung – sowohl auf Kreis – als auch auf Landesebene.

Nächster Fahrplanwechsel noch nicht im HVV

Der Beschluss greift allerdings noch nicht für den kommenden Fahrplanwechsel, sondern erst für 2021/22. Im nächsten Jahr müssen noch weitere Vorbereitungen getroffen werden, unter anderem die Einrichtung der 950 Bushaltestellen im Kreis Steinburg nach HVV-Standard.

Die jährlichen Kosten belaufen sich laut Verbandsvorsteher Torsten Wendt auf 700.000 Euro, einmal kommen 650.000 Euro hinzu. Während der Versammlung des Zweckverbands in Wilster ermächtigten die Mitglieder Torsten Wendt, alle notwendigen Verträge zu unterschreiben.

4,7 Millionen Euro jährlich

Insgesamt schlägt die Integration des Kreises Steinburg in das HVV-Tarifsystem mit jährlich 4,7 Millionen Euro zu Buche. Die Summe setzt sich aus Mindereinnahmen wegen sinkender Fahrpreise (4,3 Millionen Euro) und Marketingkosten (366.000 Euro) zusammen. 65 Prozent davon zahlt künftig Schleswig Holstein, auf Hamburg entfallen 22 Prozent. Für den Kreis bleiben knapp 700.000 Euro.

 

ÖPNV-Zweckverband löst sich auf

Der ÖPNV-Zweckverband, dem fast alle Steinburger Bürgermeister sowie zehn Kreistagsmitglieder angehören, tagte in Wilster zum vorletzten Mal. Ende des Jahres soll er aufgelöst werden, der Kreistag übernimmt dann die Aufgaben. Das Aus für den seit 1988 existierenden Zweckverband ist dem HVV-Beitritt geschuldet, denn die Hamburger empfahlen, die Aufgabenträgerschaft für den Linienbusverkehr direkt beim Kreis anzusiedeln – wie es auch in anderen Kreisen des Landes üblich ist.

Das Auflösungsverfahren läuft seit Monaten. Da ein einstimmiger Beschluss notwendig ist, mussten und müssen alle Gemeinde- und Stadtvertretungen zustimmen.

Dafür fand die eine oder andere Sondersitzung statt.

Torsten Wendt, Verbandsvorsteher vom Zweckverband ÖPNV

 

Bisher gab es nur positive Entscheidungen der Kommunen zur Auflösung. Lediglich Bürgermeister Reinhard Petersen aus Peissen meldete sich während der Versammlung noch einmal zu Wort. Seine Gemeinde war im neugeplanten Linienbusverkehr nicht vertreten. Deshalb habe die Gemeindevertretung Peissen nur „im Vertrauen darauf, dass der Fahrplan noch im Sinne Peissens“ geändert werde, der Auflösung zugestimmt. Anschließend hatten die Bürgermeister Gelegenheit, den Auflösungsvertrag vor Ort in Wilster zu unterzeichnen.

– Quelle: https://www.shz.de/30172302 ©2020