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Als in Borsfleth, Krempdorf und der Blomeschen Wildnis am Donnerstagabend (22. September) um 18.46 Uhr die Feuerwehrleute über Melder und Sirene zum Einsatz gerufen wurden, ging es Max gar nicht gut. Der 13-jährige Schüler stand Augenblicke zuvor im Yachthafen im Borsflether Ortsteil Ivenfleth zwischen zwei Booten auf einem Steg, als wenige Meter entfernt auf einem Arbeitsboot eine Explosion die Ruhe jäh zerstörte. Der Junge wurde von einem spitzen Holzteil im Bauch getroffen und benötigte ganz schnell Hilfe. Diese nahte wenige Minuten später und spätestens da stand für die Retter fest: Es handelt sich nur um eine Alarmübung.

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Ausgearbeitet hatte diese Borsfleths Wehrführer Heiko Mohr und sich dabei auch kleine „Gemeinheiten“ einfallen lassen. So herrschte Ebbe mit entsprechend wenig Wasser in der Stör. Die Brandbekämpfer mussten daher Schläuche teilweise von der Kreisstraße 8 bis zum Hafen verlegen. Zudem war das Platzangebot auf den teilweise schmalen Stegen gering und die drei „Verletzten“ auf den ersten Blick nicht auszumachen.

Angehende Notfallsanitäterinnen versorgen Verletzte

Das führte dazu, dass Feuerwehrleute sich bei Eintreffen am Einsatzort erst einmal um das Feuer und das verqualmte Arbeitsboot kümmerten. Die Erstversorgung der „Verletzten“ übernahmen dann kurz darauf zwei Auszubildende der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH), die gerade an den Rettungswagen Itzehoe und Glückstadt ihr Rüstzeug für den späteren Job als Notfallsanitäterin erhalten.

„Wenn man statt auf einen gleich auf drei Schwerverletzte trifft und dann beurteilen muss, wer die höchste Überlebungschance hat, ist das schon eine besondere Herausforderung.“

Sebastian Beckmann-Koop

Ausbilder Rettungsdienst RKiSH

Der Praxisanleiter schaute seinen beiden Auszubildenden auf die Finger, stand aber vorrangig für Fragen der jungen Frauen zur Verfügung. Wichtig sei bei einer so komplexen Lage, dass auch Feuerwehrleute einmal über den Tellerrand schauen und sich gleichermaßen um Verletzte kümmern, meinte der Notfallsanitäter. Am Ende lief der Einsatz Hand in Hand ab, wobei die verletzte und im Wasser des Yachthafens treibende Leonie Rollett vorher noch von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft aus Glückstadt aus dem Wasser gezogen werden musste.

 

Das Feuer, welches bereits kurz nach Eintreffen der Feuerwehr wegen einer defekten Disko-Nebelmaschine ohne Qualm auskommen musste, hatten die Feuerwehren eine Stunde nach ihrer Alarmierung ohne größeren Wassereinsatz unter Kontrolle gebracht. Heiko Mohr sowie Übungsbeobachter aus den drei Gemeinden, darunter auch Borsfleths Bürgermeister Peter Mohr, zeigten sich beim abschließenden Übungsfazit von den Leistungen aller eingesetzten Kräfte beeindruckt.

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