KIRCHENAUSSTATTUNG ST.URBAN

Der granitene Taufstein ist sehr alt (ca. 1000 Jahre). Einige vermuten, dass er sogar aus heidnischer Zeit stammt.

Zu sehen ist und war nur der obere Teil. Man vermutete schon immer, dass noch ein Granitfuß darunter gewesen sein muss. Dieser Fuß ist inzwischen gefunden worden und zwar stand der Taufstein ursprünglich rechts zwischen Altar und Chorwand und wurde 1959 in das Kirchenschiff versetzt. Dabei entdeckte man tatsächlich im Boden den Granitfuß. Er lehnt heute beschädigt draußen an der Südwand. Es ist zu hoffen, dass er vielleicht noch einmal wieder in die Kirche zurückkommt.

Über den Borsflether Taufstein schreibt der Kunsthistoriker Haupt:

„Im Weiteren ist die Forschung nach granitenen Taufsteinen in den übrigen Teilen unseres Gebietes ertraglos bis auf zwei Fälle. In der Marsch, zu Borsfleth an der Stör, steht ein granitener Taufstein von schöner ordentlicher Kelchgestalt, der einzige, der sich mit dem schleswigschen vergleichen lässt. Wir müssen mit der Sicherheit rechnen, dass er nicht am Orte „entstanden“ sein kann, und daher mit der Möglichkeit, dass er irgendwoher, selbst aus dem Norden, eingeführt oder allermindestens in der Form von da aus beeinflusst ist. Es fehlt ihm dabei an Schmuck jeglicher Art, an architektonischer, pflanzlicher oder figürlicher Auszierung.“

 

 

1825 wurde das Kircheninnere erneuert. Der Dachreiter wurde 1848 wieder aufgebaut, nachdem er durch einen Sturm vom Kirchenschiff gerissen wurde.

Elektrische Beleuchtung gab es erst ab 1923 in der Kirche.

1959 erfolgte ein größerer Umbau. Die alte Gruft im Chorraum wurde ausgegraben und zum Heizungskeller erweitert. Dabei wurden vier Särge und über zwanzig Skelette freigelegt, auch sah man die gewaltigen Felssteinfundamente.

Bis 1750 fanden noch Bestattungen in der Kirche statt, dann wurden die Gruften geschlossen. Bibelsprüche an den Innenwänden der Gruft ließen sich leider nicht mehr identifizieren. Auch der Chorraum wurde völlig neu gestaltet. Er war zuletzt 1877 erneuert und dabei um 4,16 m verkürzt worden. Er hatte vorher mit ca. 13 m eine erhebliche Innenlänge, was man auf die zusätzlichen Altäre der Vikarien zurückführte.

Jetzt war das hölzerne Gewölbe stark angegriffen und wurde durch eine Gipsdeckenkonstruktion ersetzt. Diese Arbeiten und weitere wurden von der Firma Peters aus Borsfleth ausgeführt und bis 1961 abgeschlossen.

 

Der Altar in seiner heutigen Form entstand ebenfalls in dieser Zeit. Der Entwurf für das schlichte Eichenkreuz mit den Evangelisten-Symbolen stammt von Hermann Wehrmann aus Glückstadt.

Die barocke Fassung des alten Altars war hochgradig verwurmt und zerbrach beim Versuch, sie auseinander zunehmen. Das Altarbild mit dem „Ecce-homo-Thema“ wurde 1966 restauriert und hängt jetzt an der Nordwand. Es war stark beschädigt und zum Teil übermalt. Über den Altar schreibt Rudolf Zöllner in seinem Artikel „Der Borsflether Altar von 1646 / Ein verlorenes Kunstwerk des Knorpelwerkstils“:

„1959 verschwand während einer Restaurierung aus der Kirche zu Borsfleth im Kreise Steinburg ein kleiner Altar von 1646, der es wohl Wert gewesen wäre, aus historischen und kunsthistorischen Gründen erhalten zu bleiben.

“ Es folgt eine geschichtliche und kunsthistorische Betrachtung des ehemaligen Borsflether Altars. Zöllner bringt ihn in Verbindung mit dem Glückstädter Hofbildhauer Georg Kriebel, dem z.B. die Kanzel in Otterndorf, eine Kanzel für den Erzbischof von Bremen und die Taufe in der Thomaskirche in Leipzig zugeschrieben werden. Obwohl man mit ziemlicher Sicherheit vermuten kann, daß Kriebel 1645 schon verstorben war, so wird wohl sein Stil über seinen Tod hinaus in Glückstadt weiter gewirkt haben.

Sein Nachfolger in Glückstadt und damit königlicher Bildhauer wird übrigens 1649 Peter Heitmann, Sohn des Jürgen Heitmann aus Wilster und Schnitzer der -Borsfleth- Kanzel.

Das leider nicht signierte Altarbild zeigt malerisch eine erstaunliche Qualität, die schon Schröder und Haupt auffiel. Schröder nennt „es gut gearbeitet“ und Haupt nennt es „ausgezeichnet durch lebensvolle Auffassung und treffliche Ausführung“. Der Maler kommt wahrscheinlich wie auch Kriebel aus dem Umfeld des königlichen Hofes in Glückstadt, den der Stifter des Borsflether Altars, der Steinburger Amtsverwalter Jakob Steinmann, sicherlich gut kannte.

Auf dem Bild dargestellt ist die Schaustellung Christi durch Pilatus. die Szene ist auf drei Figuren beschränkt. Der leichenblass dargestellte Christus, der gekennzeichnet ist von der Misshandlung durch Geißelung, Dornenkrönung und Verspottung, steht in  der Mitte. Er trägt den Spottmantel und das Spottzepter in den vor dem Körper und gebundenen Händen. Ein Strick ist ihm um den Hals geschlungen, dessen Enden ein Scherge in der Hand hält, der am linken Bildrand auftaucht. Er trägt ein dunkelgrünes Gewand mit einem gelben Kragen, dessen Umschlag rosa getönt ist und ein weißes Halstuch. Er beugt sich weit vor, um lauernd das Gesicht des von ihm Gequälten zu mustern. Dieser hässliche Folterknecht zieht die Aufmerksamkeit auf sich und lenkt den Blick weiter auf die feinen Züge des duldenden Christus in der Mitte des Bildes. Sein Mantel ist silbergrau dargestellt. Auf der anderen Seite des Gemäldes seitlich hinter Christus steht Pilatus im kostbaren roten mit braunem Pelz besetzten Gewand. Er trägt einen silbergrauen Turban. Er zeigt auf Christus und erklärt der versammelten Menge, dass er keine Schuld an Christus finde und an ihr Mitleid appelliert: „Ecce homo“ (Sehet, welch ein Mensch!). Das Bild von hoher malerischer Qualität ist nach einer Vorlage geschaffen worden (Zöllner). Vorlage war ein Kupferstich von Lukas Kilian (1579 - 1637) aus Augsburg. Kilian wieder fertigte Stiche nach großen italienischen Meistern an. In diesem Falle nach einem Bild von Francesco Mazzola Parma (1503 – 1540).

 

Nachdem das Dorf -Borsfleth- und die Kirche 1628 zerstört wurden, begann man sofort mit dem Wiederaufbau. Als aber das Pastorat 1643 nochmals abbrannte, fand man bei einer Visitation 1646 die Kirche stark  verschuldet vor. Jacob Steinmann – Steinburger Amtsverwalter von 1633 bis zu seinem Tode 1658 – half Borsflether Kirche nicht nur durch Neuregelung ihrer Einkünfte, sondern stiftete eben auch 1646 diesen Altar und kurz danach die Glocken. Er wurde übrigens in der Kirche zu Neuenkirchen beigesetzt.

 

Im Altarraum befinden sich wieder zwei ehemals abgestellte Altarkniebänke mit Wangen in reicher Knorpelwerkschnitzerei. Sie wurden 1671 von Jochim und Margreta Schütte aus Hamburg gestiftet. Sie sind 1984 von Herrn Wittmaack in Borsfleth wieder aufgearbeitet und neu gefasst worden.

 

 

Die geschnitzte Kanzel stammt von Jürgen Heitmann aus Wilster und wurde 1638 von der Familie Frens und Catrin Möller gestiftet.

Die Wewelsflether Kanzel wurde auch von ihm gefertigt und 1610 von der Wewelsflether Witwe Wibke Vogt, der Mutter von Catrin Möller, gestiftet.

Die Möllers scheinen damals zu den recht wohlhabenden Borsflethern gehört zu haben, da sie sich stark am Wiederaufbau der Kirche beteiligten. Auch an einer Kirchenbank ist der Name Marten Möller (1654) eingeschnitzt (taucht auch in der Stiftungsinschrift der Kanzel auf, s.u.). Die älteste Hausmarke am geschnitzten Gestühl mit Türen stammt übrigens von 1637 (,‚Markes Magens Anno 1637“).

Bei den Schnitzereien an den Kirchenbänken handelt es sich wahrscheinlich um einfache, in Ausführung auch stark unterschiedliche, Bauernschnitzerei (Schuppenfriese). Andere glauben auch hier eine Heitmannsche Arbeit zu sehen (Wibalck).

 

Die fünf Relieffelder der Kanzel tragen folgende Inschriften und Darstellungen:

 

            I      DE BARCHGANG              Heimsuchung / Maria ging zu ihrer  Freundin Elisabeth ins Gebirge (Luk. 1,39

   II     DE BADESCHVP                    Verkündigung Mariae / Die Botschaft

   III    DE GEBORT                          Christi Geburt

   IV   DAT LIDEN CHRISTI                 Kreuzigung / Das Leiden Christi

    V   DE VPERSTANDINGE               Auferstehung

 

Die über die Friese der Kanzelbrüstung laufende Stiftungsinschrift lautet:

 

ANNO 1638 HEFT DER EHRBAR FRENS MÖLLER VNDE SINE HUSFRVWE CATRIN MÖLLERS DE SOEN MARTEN MÖLLER DE DOCHTER SILCK MÖLLERS DISEN PREDICH . STOL DER KERKEN THOM SIRRADT DER GEMENDT THOM BESTEN VORERDT VNDT VORFARDIGER LATEN

 

(Anno 1638 hat der ehrbare Franz Möller und seine Hausfrau Catrin Möller, der Sohn Marten Möller, die Tochter Silke Möller diesen Predigtstuhl der Kirche zur Zierde (Zierrat), der Gemeinde zum Besten verehrt und fertigen lassen)

 

Der Deckel der Kanzel trägt in plattdeutscher Sprache den Bibelvers Joh. 3,16:

 

WELDT GELEVET DAT HE SIN EINIGEN SOEN GAF UP DAT AL DE AN EN GELOVEN NICHT VORLAREE WERDEN

(... Welt gelebet, daß er seinen einzigen Sohn gab auf das alle die an ihn glauben nicht verloren (sind) werden)

 

 

 Man kann annehmen, dass der heutige Zustand, d.h. ohne Farbe und nur vergoldete Buchstaben, dem ursprünglichen Zustand entspricht, denn nach einem Bericht von 1837 war die Kanzel ohne Malerei und Vergoldung. Die Buchstaben sind wahrscheinlich 1877 vergoldet worden.

 

 

Von Heitmann sind sechs weitere Kanzeln erhalten und zwar die schon oben erwähnte in Wewelsfleth und weitere in Delve, Barlt, Burg/Dithmarschen, Erfte und Schenefeld. Hier stammt auch der Taufengel von ihm. Des weiteren gibt es noch Altäre in St. Michaelisdonn, St. Margarethen und auch in Schenefeld und erhalten sind auch noch verschiedene Inventarstücke und Truhen in Privatbesitz und Museen.

 

Auf der Kanzel ist noch ein reich verzierter, schmiedeeiserner Halter für eine Sanduhr von 1738 mit folgenden Zeichen: ELM. ALM. 1738. Vielleicht lässt das auch auf eine Stiftung der Familie Möller (M) schließen? Vielleicht haben der damalige Pastor Rickers und / oder der Diakon Würger bei der Predigt immer „überzogen“? Die eigentliche Uhr, das sandgefüllte Glas, fehlt leider.

 

An der Südwand hängt das Epitaph Sommer, ein Geschenk der Familie Sommer aus dem Jahre 1690. Johann I. und Anna Sommer lebten auf dem Hof Eltersdorf Nr. 3, heutiger Besitzer Gerd Gravert. Von dieser Familie stammt auch der eine Grabstein am Zugang zur Kirche (Johann II. Sommer, Sohn von Johann  I. und Anna).

Das Gemälde Öl auf Holz stellt die Kreuzigung Christi dar. Die Kriegsknechte werfen das Los um sein Gewand, einer gibt Jesus den Essig und ein Pharisäer verspottet ihn. Unter dem Kreuz sind Johannes und Maria. Signiert ist es mit ‚Gezeichnet M. Helbig. A. Helbig‘. Es wurde 1982 von Rosamunde Plambeck in Emkendorf restauriert.

Die Kunsttopographie Schleswig-Holsteins beschreibt es als „vielfigurige Kreuzigung vor Stadt, von gedrehten Säulen (erneuert) flankiert, mit Seitenwangen, Aufsatz und Unterhang in Knorpel- und Blattwerk.“ Auch Haupt bezeichnete es als „höchst wirksam, in hell-dunkler Beleuchtung, mit sehr vielen Gestalten, prächtigen Kostümen, schönen Architekturen“ und von „sorgsamer Ausführung“ aber zu seiner Zeit (1925) noch „durch abscheuliche Übermalung ganz entstellt“.

 

 

Im Detlefsenmuseum in Glückstadt sind zwei weitere kostbare Kunstwerke aus der Borsflether Kirche. Baumeister Peters hat die beiden Stücke 1877 bei der Umgestaltung des Chores geborgen und sie 1894 an Professor Detlefsen für das von ihm gegründete Museum übergeben. Es sind ein Türaufsatz und ein Bogenstück, die gegen Ende des 17. Jahrhunderts aus Pappelholz geschnitzt wurden. Sie wurden 1985 von der Gemälderestauratorin Barbara Rendtorff und dem Bildhauer Hermann Hensel restauriert. Zur kunstgeschichtlichen Einordnung teilte Dr. Teuchert vom Landesamt für Denkmalpflege folgendes mit (Glückstädter Fortuna vom 29.05.1985): „Der Bogen und das fragmentarisch erhaltene Stück mit der Kartusche in der Mitte stammen zwar von einer Hand, gehören aber nicht direkt zusammen. Derselbe Künstler hat übrigens auch das Epitaph Sommer von 1690 in der Borsflether Kirche geschaffen. Eine überzeugende Verbindung beider Teile gelingt nicht. Überhaupt bleibt trotz aller Vergleiche mit zeitgleichen Werken offen, welchen Zwecken die beiden Stücke gedient haben. Sie können zu einem Epitaph gehört haben oder zu einem Türaufsatz.“

 

 

Ebenfalls an der Südwand, rechts neben dem Epitaph, hängt ein in Öl auf Holz gemaltes Dreiviertelporträt des Pastors Michael Clüver. Er wurde 1659 wahrscheinlich in Krempe geboren. Hier war sein Vater Bürgermeister. Sein Großvater war der erste Priester in dem neu gegründeten Glückstadt (auf dem Bild vermerkt). Michael Clüver war seid dem 4. Advent 1693 bis zu seinem Tode am 8. Mai 1727 Diakon in Borsfleth. Sein Grabstein steht noch in der Kirche neben dem Altar an der Südwand des Chores und ist leicht beschädigt. Er zeigt das Relief des Verstorbenen mit zwei kleinen Musikengeln. Ein eisernes Kruzifix, das sich auf der Spitze des Grabsteines befand, ist abgebrochen, aber noch vorhanden. Haupt nennt ihn unschön aber charakteristisch mit einem guten metallenen Kruzifix. Das Bild wurde 1723 gefertigt. Anlass war wahrscheinlich das 30. Dienstjubiläum, wie auf dem Bild auch angedeutet („...seines jetzigen Ampts 30 Jahr, Alters 64...“). Der Maler ist unbekannt. Haupt bezeichnet das Bild als schwach.

Clüver soll sehr streitsüchtig gewesen sein und viele Prozesse wegen angeblich vermissten Kirchenlandes geführt haben. Obwohl er noch einige andere Eigenheiten hatte; er pflegte zum Beispiel während der Predigt und auch beim Segensspruch zu sitzen, was er jedoch 1704 versprach nicht mehr zu tun, muss er gemäß Inschrift noch „ein Vorbild dieser Herde“ geworden sein. Seine Gemeinde hätte ihn wohl sonst kaum durch Bild und Grabstein in der Kirche verewigt. Clüver ist wahrscheinlich noch in der Kirche beigesetzt worden.

 

Bereits im Jahre 1727 wird im Taufregister ein Organist Pape genannt und 1768 unterschrieb der Organist und Schulmeister Johann Jakob Carstens das lnventarium. Es gab also schon zu dieser Zeit eine Orgel. Jedoch wissen wir nicht viel über sie. Sie befand sich damals neben der Kanzel, ebenfalls der Chor. 1856 wurde der Bau einer neuen Orgel ausgeführt und mit dem Chor an die heutige Stelle verlegt. Die Kosten wurden überwiegend durch freiwillige Spenden aufgebracht. Die Einweihung fand am 27. Juli 1856 durch den damaligen Ortspastor Propst Meisterlin statt. Er war übrigens der letzte Hauptpastor, der sein Dienstland noch selbst bewirtschaftete, also Bauer war. Sie wurde von der Firma Marcussen in Apenrade erbaut. 1895 wurde die Orgel von der Firma Marcussen umfassend repariert und mit einem Obermanual versehen. Auch diese Kosten wurden überwiegend durch freiwillige Spenden aufgebracht. 1935 wurde eine dringende Überholung und Verbesserung der Orgel durch die Firma Furtwängler & Hammer (Hannover) ausgeführt. Die Holzpfeifen waren stark vom Holzwurm befallen und die Metallpfeifen „von einem unbekannten unfähigen Orgelstimmer völlig falsch verbogen“. Es wurde ein anderes Register eingebaut und die Klangfülle dadurch gesteigert, gleichzeitig wurde die Härte aber recht gemildert. Eine weitere Renovierung fand 1981 statt. Die genauen Reparatur- und Wartungsangaben stehen auf der lnnenverkleidung der Orgel (hinterer Orgelzugang auf der Südseite).

 

An der Nordwand hängt die Gedenktafel mit den 46 Namen der im l.Weltkrieg gefallenen Borsflethern. Sie wurde von der Zeichen- und Bildhauer-Werkstatt Johannes Petersen in Hamburg gefertigt und am 9. Mai 1920 eingeweiht. Im unteren Teil der Tafel sollen Schlangen, Dornengerank und Fackeln – sinnbildlich für List, Tücke und Aufruhr – auf das Unheil hinweisen, das den Weltkrieg schürte, während oben aus dunklem Gewölk das Licht dem Bösen entgegen strahlt. Das geflügelte Wort „durch Kampf zum Licht“ soll durch diese Darstellung zum Ausdruck gebracht werden (Bielenberg).

 

Petersen hatte 1916 schon das Schwanen-Wappen der Krempermarsch gefertigt. Am 27. Januar 1916 (Kaisers Geburtstag) fand im Rahmen eines Festgottesdienstes eine Nagelung dieses Wappens statt, d.h. gegen einen entsprechenden Betrag konnte man einen Nagel in das Wappen schlagen. Der Erlös wurde den Lazaretten gespendet. Das Wappen hing früher mit der Fahne des Kriegervereins rechts neben dem Durchgang zum Chor. Heute hängt es im Gemeindehaus.

 

 

Neben wertvollen historischen Kunstgegenständen und Gemälden finden wir in der Kirche auch ein zeitgenössisches Kunstwerk. Rechts vom Altarraum ist ein Kunstwerk angebracht, das der Borsflether Maler Uwe Paduck als Leihgabe zur Verfügung stellte. Es ist ein großflächiges und sehr farbenfrohes Bild. Es misst 200 x 150 cm und wurde in Acryl auf Leinwand gemalt.

Uwe Paduck studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und lebt und arbeitet seit 26 Jahren in Borsfleth.

 

1900 wurde der stark angegriffene Glockenstuhl, der im Südosten neben der Kirche stand, abgerissen und die Firma Peters aus Borsfleth mit dem Bau eines 40 m hohen Kirchturms neugotischen Stils beauftragt, der am 9. Dezember 1900 eingeweiht wurde.

 

                                                                                                          

Autor M. Boldt